Wintercheck für das Auto

Auto winterfest machen

Haben Sie Ihr Fahrzeug schon fit für den Winter gemacht? Dann wird es aber Zeit!

Wintercheck ist nicht gleich Wintercheck

Nicht nur die richtige Bereifung, sondern auch der Frostschutz für Motor und Scheiben, Batterieleistung, Licht, Gummidichtungen und vieles mehr sollten vor dem ersten Kälteeinbruch sorgfältig geprüft und instand gesetzt sein. Viele KFZ-Werkstätten bieten diverse Pakete zum Winterfestmachen an. Allerdings gibt es keine vorgeschriebene Norm für den Begriff „winterfest“. Klären Sie also vorher mit der Werkstatt ab, was in dem „Winterpaket“ inkludiert ist.  Ein Wintercheck ist bereits ab 15-20 Euro ist ein Wintercheck in einer Werkstatt möglich.

Wer im Winter mit Sommerausrüstung fährt, muss mit einem Verwarnungsgeld von 20 EUR rechnen. Wer mit Sommerreifen auf glatter oder verschneiter Straße einen Unfall verursacht, zahlt 40 EUR und bekommt sogar zusätzlich einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Als geeignet hingegen gelten auf jeden Fall Winter- und Ganzjahresreifen (M+S- oder Reifen mit Schneeflockensymbol), die allerdings eine Profiltiefe von mindestens 4 mm aufweisen müssen. Für den Versicherungsschutz bei einem Unfall gilt: Die Haftpflichtversicherung zahlt in jedem Fall, auch bei Sommerreifen. Wer aber so im Winter unterwegs ist, kann als Unfallgeschädigter mithaften – und das kann sich auf einen möglichen Schadenersatz auswirken. In der Vollkasko-Versicherung riskiert man sogar seinen kompletten Versicherungsschutz, wenn man bei winterlichen Straßenverhältnissen mit der falschen Bereifung fährt, und dazu zählen auch Winterreifen ohne ausreichendes Profil. Hier kommt es dann auf den Einzelfall an. Haben die falschen Pneus beim Unfall eine Rolle gespielt, kommt der Vorwurf der groben Fahrlässigkeit ins Spiel. Und dann muss die Versicherung nichts zahlen. Acht Millimeter Profiltiefe sorgen beim Neureifen für besten Grip – bis hinunter zur gesetzlichen Mindest-Profiltiefe von 1,6 mm kann man damit etliche Winter mobil bleiben. Oder doch nicht? Wie ein ADAC-Test beweist, lassen die speziellen Wintereigenschaften bereits unterhalb vier Millimetern erheblich nach. Ein frühzeitiger Austausch ist also angesagt. Und Sparfüchse kommen leider nicht auf ihre Kosten: Wer Winterreifen im Sommer aufbrauchen will, muss mit deutlich längeren Bremswegen gegenüber Sommerreifen rechnen. Tauschen Sie von Winter zu Winter die Reifen achsweise aus, um für gleichmäßigen Verschleiß zu sorgen. Gelagerte Winterreifen sollten aufgrund möglicher Verhärtungen vorsichtig eingefahren werden. Hängen Sie die abmontierten Sommerreifen am besten in einem trockenen und kühlen Raum (Garage) an die Wand. So vermeiden Sie Abplattungen.

Hier eine Checkliste, wie Sie ihr Auto selber winterfest machen:

() Winterreifen aufziehen

Die Winterreifen sollten unbedingt vor dem ersten Schneefall aufgezogen werden. Faustrege für den Wechsel von Winter- auf Sommereifen ist O bis O., also von Oktober bis Oster.  Schon bei Temperaturen um +5° Celsius beginnt die Gummimischung von Sommerreifen hart zu werden und an Haftung zu verlieren. Außerdem ist laut Straßenverkehrsordnung die Ausrüstung des Fahrzeuges an die Wetterverhältnisse anzupassen.
Einfache, leicht zu merkende Faustformel:

4×4×4 = 4 gleiche Reifen x mindestens 4 Millimeter Profil x maximal 4 Jahre alt.
Achtung: Wer nur mit Sommerreifen fährt, verliert im Schadensfall seinen Versicherungsschutz und bringt sich und andere in Gefahr.

() Reifendruck prüfen, Sommerreifen richtig einlagern

Der Luftdruck bei den Winterreifen sollte mindestens 2 bar betragen. Tankstellen haben tragbare Reifendruckmessgeräte, mit denen sich der Reifendruck von Winterreifen optimal einstellen lässt.

Bei der Lagerung der Sommerreifen sollte der Luftdruck um 0,3 bar erhöht werden. Die abgenommenen Sommerreifen am besten vor dem Einlagern auf Risse oder Schnitte überprüfen und Steinchen im Profil entfernen. Reifen sollten bei einer Lagerung ab vier Wochen aufrecht stehend auf Regalgestellen mit wenigstens 10 cm Abstand zum Fußboden gelagert werden sollten. Außerdem soll man die Reifen einmal pro Monat etwas drehen, um Verformungen zu vermeiden.

() Schneeketten an Board?

In den Bergen ist oft auch mit Winterreifen an ein Weiterkommen nicht mehr zu denken, und es müssen Schneeketten angelegt werden. Beim Kauf der Schneeketten ist es wichtig, auf Qualität zu achten. Sie sollten einfach in der Handhabung sein, langlebig und absolute Griffigkeit in allen Situationen aufweisen.

() Leistung der Batterie überprüfen

Schon früh, also vor den ersten wirklichen Nachtfrösten, ist es sinnvoll, die Batterie zu überprüfen. Eine defekte oder entladene Batterie gehört zu den häufigsten Pannen-Ursachen. Obwohl moderne Batterien größtenteils wartungsarm sind, sollten sie auf Extrembelastungen im Winter vorbereitet werden. Es empfiehlt sich, die Pole mit einem Tuch zu reinigen und den Säurestand von einem Fachmann überprüfen zu lassen. Ältere Batterien sollte man überprüfen lassen und mit einer Thermo-Verpackung vor der Kälte schützen. Nach fünf Jahren ist es meistens Zeit für eine neue Batterie.

() Starterkabel an Board?

Springt der Motor schon bei schwachem Frost nur sehr schwer an, ist es notwendig, die Batterie sofort überprüfen zu lassen. Andernfalls geht nach wirklich kalten Nächten womöglich gar nichts mehr. Wohl dem, der dann ein Starterkabel dabei hat und auch weiß, wie man damit umgeht. Vergewissern Sie sich vor dem Überbrücken, dass die Nennspannungen der Batterien gleich sind (zumeist 12 Volt), die Fahrzeuge einander nicht berühren und die Zündung und alle Stromverbraucher (Beleuchtung, Radio) beider Fahrzeuge abgeschaltet sind.

() Lichtcheck durchführen lassen

Lassen Sie sämtliche Leuchten überprüfen: Stand-, Abblend-, Fern-, Brems- und Rücklicht, ebenso die Nebelschlussleuchte. Außerdem empfiehlt sich eine regelmäßige Reinigung der Scheinwerfer: Bereits nach einer halben Stunde Fahrt auf verunreinigter Straße verschmutzt der Autoscheinwerfer um mehr als 60 Prozent und schluckt so das Licht.

() Frostschutzmittel in Scheibenwischeranlage auffüllen

Um den Durchblick zu behalten, sollte man der Scheibenwaschanlage Frostschutzmittel zuführen, das bis mindestens minus 25 Grad Celsius schützt. Nach dem Einfüllen die Anlage betätigen, damit die kältefeste Mischung sofort in alle Zuleitungen gelangt. Und: Sind die Scheibenwischer, insbesondere die Wischblätter, in Ordnung? Funktionieren die Sprühdüsen einwandfrei, damit bei Schmierfilm auf der Scheibe die klare Sicht schnell wiederhergestellt werden kann?

() Frostschutz im Kühlwasser prüfen

Auch der Frostschutzgehalt im Kühlwasser muss überprüft werden, was man allerdings einem Fachmann überlassen sollte. Schnell kann durch eingefrorenes Kühlwasser ein immenser Schaden entstehen, denn nicht nur der Kühler kann zerstört werden, sondern auch Wasserpumpe, Thermostat und Kühlschläuche.

() Türdichtungen schützen, Enteisungsspray besorgen

Durch die Kälte können Gummis bei Türschlössern und -dichtungen schnell spröde werden und brechen. Ein Fettstift kann vor dieser Gefahr schützen. Damit sich kein Wasser im Schloss ansammelt hilft ein wenig Grafit. Ein Enteisungsspray sollte parat sein, natürlich nicht im Auto!

() Motoröl nachfüllen

Bei extremer Kälte sollte man von Sommer- auf Wintermotoröl umsteigen. Das trägt maßgeblich dazu bei, dass der Motor ohne “Rhythmusstörungen” durch den Winter kommt.

() Unterbodenschutz auffrischen

Auf keinen Fall schaden kann ein Blick unter das Auto. Denn salznasse Fahrbahnen und Auftaumittel können der Unterseite des Fahrzeugs kräftig zusetzen. Deshalb sollte man in der Werkstätte den Unterbodenschutz überprüfen und, wo notwendig, ausbessern lassen. Denn, wenn der Rost einmal zu nagen beginnt, werden Reparaturen teuer.

() Warnweste und Pannendreieck mit an Board?

Auf keinen Fall vergessen: die Warnweste, die man beim Verlassen des Autos, etwa um die Schneeketten anzulegen, unbedingt überziehen muss, damit man von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen wird.

() Verbandskasten geprüft?

Ein letzter Blick sollte dem Verbandskasten gelten, die so wie das Pannendreieck unbedingt mitzuführen ist: Ist alles vollständig vorhanden? Hat nichts unter den sommerlichen Temperaturen im Auto gelitten? Wenn der Inhalt in Ordnung ist, und der Verbandskasten griffbereit im Auto deponiert ist, kann er Leben retten.

() Eiskratzer und Handfeger an Board haben

Generell gehören auch ein Eiskratzer und ein Handfeger in den Wintermonaten an einen griffbereiten Ort.

() Notfallset bestehend aus Energieriegeln, Decke und Wasser

Gut, wenn man inm Berlin, Hamburg, Frankfurt, München wohnt, ist ein Übelrebenspaket für das Fahrzeug nicht unbedingt wichtig. Begibt man sich mit dem Auto aber in die Berge, so sollte man zur Sicherheit eine Decke und ein paar Energieriegel für den Fall, dass man irgendwo liegenbleibt und/oder eingeschneit wird, dabei haben.

Bild: CC Flickr/harald52

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